WIZO
SANTA CLAUS
(97 Kb/0.49min.sec/RealAudio)
WEITER
(114 Kb/0.58min.sec/RealAudio)
 
 
HI-STANDARD
HAPPY X-MAS
(95 Kb/0.49min.sec/RealAudio)
LIFT ME UP, BRING ME DOWN
(111 Kb/0.57min.sec/RealAudio)
 
Information zur gemeinsamen Veröffentlichung der indonesischen Muschelzüchter "HI-STANDARD" und dem sächsischen Landschaftspflegekombinat "WIZO"

WEIHNACHTEN STINKT!

STEIHNACHTEN WINKT! STINKNACHTEN WEINT!

(Neu Delhi/Hebsack(Württ.)) Ein positives Signal internationaler Zusammenarbeit wolle man setzen, so die Zielsetzung des ambitionierten japanisch/deutschen Projekts. Die Veröffentlichung eines gemeinsamen Tonträgers ist deshalb ebenso vorläufiger Höhepunkt, wie erstes Etappenziel auf dem schwierigen Gebirgskurs der interkontinentalen Kooperative. Und was jetzt mit musikalisch scheinbarer Leichtigkeit von den beiden Teams gemeinsam auf den Markt gebracht wird, ist deshalb auch nur als erstes, wenn auch ungemein überzeugendes und intensives Resultat einer kurzen aber dennoch tiefen, die Weltmeere übergreifenden, innigen Verbundenheit, einer in ihrer Weise Vergleiche suchenden und nichtsdestotrotz frischen, kreativen, aber auch herzlichen Freundschaft zu sehen.

 Neugierig aufeinander wurde man bereits vor einiger Zeit, als es beiden Bands beinahe zeitgleich gelang, eine Platte bei der amerikanischen Plattenfirma Fat Wreck Chords zu veröffentlichen. Für beide war es ein höchst ungewöhnlicher und unerwarteter Fortschritt in der Karriere. Die Firma aus San Francisco hatte zwar bis dato außer rein amerikanischen Bands bereits die Platten einer kanadischen und einer englischen Gruppe auf der Verkaufsliste, doch mit der Wahl ihres charismatischen und in manchen Kreisen gottesgleich verehrten Firmenobersten "Fat Mike" gleich zweier Bands aus dem nichtenglischsprachigen Ausland Japan bzw. Doofland, gelang dem geschickten Punkmogul ein weltweit beachteter Schachzug. Während die Branche in ihrer Atemlosigkeit verharrte und die Jugendlichen in aller Welt die Tonträger der beiden Neulinge (nur auf dem internationalen Markt, versteht sich) aus den Ladenregalen rissen, wurde die beiden Gruppen auf ihre nur allzuoffensichtlichen Gemeinsamkeiten aufmerksam:

So hatten sich beide Trios vor ihrer internationalen Adelung durch das kalifornische Kultlabel bereits im eigenen Herkunftsland die Sporen verdient. Beide hatten schon vorher auf der eigenen Plattenfirma Alben veröffentlicht und hatten sich auf einem annähernd identischen Werdegang zu einer unumgänglichen Größe des jeweiligen heimischen Punkrockgeschehens emporgearbeitet. Beide Bands hatten sowohl Kredibilität als auch kommerziellen Erfolg und waren nicht nur in der Lage große Clubs zu füllen, sondern schafften es Platten in solchen Mengen zu verkaufen, von denen jedes Majorunternehmen feuchte Augen bekommen konnte. Obwohl mit der Überzeugung großgeworden, als japanische bzw. deutsche Band niemals einen Fuß in das internationale Musikgeschäft zu bekommen, geschweige denn einmal in Amerika, bzw. in des anderen Herkunftsland touren zu können, wurde gerade dies für beide im Laufe der letzten zwei Jahre Wirklichkeit. Beide Bands sind gleich alt, beide waren groß geworden mit den gleichen schlechten Heavy-Metal-Bands der achtziger Jahre, beide hatten einmal lange Haare, weil das nämlich damals eine der besten Möglichkeiten in Japan und D-Land war, schöne Mädchen auf sich aufmerksam zu machen. Beide waren auch im späteren Verlauf, als man sich der lächerlichen Haarfülle entledigt hatte, extrem gut aussehend und waren bereits in jungen Jahren Virtuosen der Komposition und selbstverständlich auch ihrer Instrumente (die Gitarristen beider Bands haben unabhängig von einander mehrere Symphonien geschrieben!). Und der Clou überhaupt war, als man später einmal bei einer Tasse Sushi festgestellt hatte, daß nicht nur alle sechs begeisterte Hobby-Sumo-Ringer sind, sondern darüber hinaus allesamt als Lieblingsausgleichsbeschäftigung "die Kehrwoche machen" angaben!

 Kein Wunder also, daß die Einladung von WIZO an ihre japanischen Kollegen zu einem Au-pair-Aufenthalt auf WIZOs letzter Tournee nur als natürliche Entwicklung schien. Um so bedauernswerter, daß die Jungs aus dem Land des aufgehenden Lächelns aufgrund der Feierlichkeiten zum Fest der Kirschblüte (so etwas wie das japanische Oktoberfest) in eine terminliche Bredouille gerieten und leider nicht mit von der Partie sein konnten. Die Stelle als Tourgast konnte zwar mit ein paar Auswechselspielern nach frühem Rückstand doch noch mehr als erfolgreich besetzt und zu Ende gebracht werden (liegt da ein Fluch auf der deutschen Mannschaft?), die gemeinsame Zusammenarbeit miteinander mußte jedoch bereits vor Beginn auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die nächste Gelegenheit dazu bot sich dann im März diesen Jahres, als die Sportsfreunde aus Nippon aus Dank über die vorangegangene Einladung die tapferen Schwaben zum beliebten Schüleraustausch ins Land der Microtechnologie und der Schulmädchenuniformen riefen. Ehe man sich versah, wurde ein Flugzeug gesattelt und geschickt über Sibirien nach Japan gelotst. Auf gemeinsam gestalteten Meditationszyklen und ein paar ausverkauften Konzerten, wurde die geistige Verbundenheit gefestigt, man kam sich nicht nur näher, man hatte sogar trotz Sprachengewirr einen Haufen Spaß miteinander. Und beim gemeinsamen allmorgendlichen Schattenboxen begann man dann, die Idee für die vorliegende Split-EP anzudenken.

Bereits kurze Zeit nach dem Schüleraustausch sollte man sich Ende August auf dem diesjährigen Wunderheiler-Kongreß in Paris wieder treffen. Bei einem ökumenischen Tüchertanz kam man sich abermals noch näher und dachte erneut über eine zusammen gemachte Schallplatte nach. Bei einer gemeinsamen abendlichen Motorrad-Foto-Safari durch die Tunnelwelt der französischen Metropole, wurde aus dem zarten Keimen einer Idee ein konkretes Projekt: Unter dem vorläufigen Arbeitstitel "...wie eine Kerze im Rind" (jap. "di un dodisan futshikato") sollte noch Ende des Jahres eine Gedenkschallplatte auf dem jeweils eigenen Label veröffentlicht werden!

 So sollte dieses Unternehmen dem Gedenken verschiedener wichtiger sportlicher Jahrestage gewidmet sein. Aus Rücksicht auf das mangelnde Bewußtsein der einheimischen Leserschaft bezüglich der Importanz der zahlreichen gewürdigten japanischen Sport-Jubiläen, seien hier der Einfachheit halber nur die wichtigsten bedachten Ereignisse der deutschen Geschichte erwähnt: So ist der jüngste Jahrestag, der feierlich begangen werden soll, der des tragischen Verscheidens eines der wichtigsten Pioniere im deutschenTauchsport. Jener Chef des Kieler Landtags, der vor genau zehn Jahren mit seinen Innovationen auf dem Gebiet des Badewannen-Tieftauchens nicht nur wichtige Impulse, sondern ganz neue Maßstäbe setzen konnte. Ferner kommt mit der Platte die Grundsteinlegung des modernen Abenteuertourismus gefeiert: Ebenfalls vor zwanzig Jahren galt die halsbrecherische Flugkreuzfahrt des Sportfliegers "Landshut" unter der Leitung von vier waghalsigen Reiseleitern als das Event auf dem Sektor des Adventure-Travelling-Sports. Zeitgleich kommt noch ein anderes Ereignis zur späten Würdigung: Der beeindruckende Rekordversuch einer Ingolstädter Automarke in der Disziplin : "Wieviel Kilo entführtes Nazischwein paßt in den Kofferraum". Das imposante Ergebnis, das nur nach wochenlanger, intensiver Betreuung des prominenten Saalkandidaten durch ein junges Spezialistenteam erzielt werden konnte, gilt bis heute als ungeschlagen!

 Neben diesen Denkwürdigkeiten der besonderen Art, soll mit der gemeinsamen Split-Ep dem zwanzigsten Geburtstag von Punkrock und dem fortwährenden Glauben an das Anderssein ein Moment der Besinnung geschenkt werden. Unter dem unglaublich provokanten Titel "Weihnachten stinkt!" soll außerdem passend zur Jahreszeit an den Verlogenheit, Scheinheiligkeit und den alljährlichen Konsumwahn erinnert werden. Denn Weihnachten stinkt überall auf der Welt... nach Scheiße und verhungerten Kindern! Zum Beleg haben beide Bands ein internationales Weihnachtslied und zur Versöhnung einen eigenen Song eingespielt.

 Die EP erscheint in Daitschland als CD-Single und 7" Vinyl auf "Hulk Räckorz/Regensburg" sowie in Japan als auf 15.000 Stück limitierte 7" Vinyl auf "Pizza-of-Death-Records/Tokyo".

Erscheinungsdatum war der 24. November 1997
 
     


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